Jiu Jitsu
Jiu Jitsu
Nach einer alten japanischen Sage, soll ein japanischer Arzt die Bäume im Wind beobachtet haben. Da fiel ihm auf, wie die Weide biegsam nachgab und keinen Schaden erlitt, während vom Kirschbaum Zweige und Äste brachen.
Die daraus zu ziehende Lehre finden wir im Jiu-Jitsu wieder.
Jiu-Jitsu, als Vorgänger des Judo, wurde in Japan schon vor ca. 2500 Jahren praktiziert. Man vermutet, dass der Ursprung auf die indische Massagekunst zurück geht, die bereits über hundert schmerz- und lebensempfindliche Stellen am Körper kannte.
Ursprünglich aus China importiert, entwickelten findige Japaner mit ihrem Sinn für das Nachahmen auch bei dieser Kampfkunst ein eigenes Selbstverteidigungs-System nach ökonomischen Prinzipien des größtmöglichen Nutzens bei geringstem Kraftaufwand.
Durch ausnutzen der gegnerischen Kraft, mit ausweichenden und nachgebenden Bewegungen, wurden sehr praktische Abwehrgriffe geschaffen, die auch stärkere Gegner leicht zu Fall bringen können.
Erich Rahn (Meister der 1000 Jiu-Jitsu Griffe) führte um 1900 in Berlin Jiu-Jitsu in Deutschland ein. Nach dem 2. Weltkrieg wurde Jiu-Jitsu in Deutschland von den Besatzungsmächten verboten. Es wurde durch Judo und Karate nahezu verdrängt. Erst später wurde Jiu-Jitsu wieder aktuell in Sportschulen unterrichtet.
Die drei Prinzipien des Jiu-Jitsu
1. Prinzip: Ausweichen, nicht nachgeben!
Das umfassende Prinzip des Ausweichens vor massiven Angriffen mit der vorgefassten Absicht, die Kraft und den Schwung des Gegners weiterzuleiten, diese mit der eigenen Gegenbewegung zu vereinigen und bei einer unmittelbar anschließenden Verteidigungstechnik auszunutzen, also in das Gegenteil umzukehren, steht im Vordergrund.
2. Prinzip: Systematische Reflexreaktion!
Reflexartige, reaktionsschnelle Verteidigungsbereitschaft im Sinne der Kampfpsychologie hat ausschlaggebenden Anteil an der Wirksamkeit der "sanften Kunst". Reflexartige Reaktion ergibt sich naturgemäß nicht alleine aus der Kenntnis wirksamer Kunstgriffe, sondern bedarf intensiver, systematischer Übung, d.h. der Entwicklung zweckmäßig vorbestimmter Reflexe.
3. Prinzip: Wirksamster Kräfteeinsatz!
Der wirksamste Kräfteeinsatz erfüllt sich bereits bei Einhaltung der beiden vorhergehenden Grundsätze: In Anwendung der "sanften Kunst" wird keine Kraft vergeudet. Durch Bewegungen in einer dem Angriff entgegenstrebenden Bewegung wird die Verteidigungstechnik vielmehr grundsätzlich in Ausnützung der Angriffsbewegungen umgesetzt. Und der reflexartige, reaktionsschnelle Einsatz des für die jeweilige Situation wirksamsten Kunstgriffs bedingt die rationelle Anwendung der beiden vorhergehenden Grundsätze. Damit schließt sich der Kreis der ineinandergreifenden Prinzipien, die sich wechselseitig ergänzen und zugleich bestätigen.



